
Grußwort der Kirchbaustiftung der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg durch den Vorstandsvorsitzenden Horst-Günter Lucke am 31.10.2003, um 11 Uhr in der Jona-Kapelle, Heimeck 23a, 26135 Oldenburg-Krusenbusch.
Es gilt das gesprochene Wort.
Liebe Frau Bürgermeisterin Eilers-Dörfler, lieber Pfarrer Schwartz, meine sehr geehrten Damen und Herren,
heute ist ein besonderer, fast wäre ich versucht zu sagen, ein großer Tag für die Jona-Kapelle und für die Kirchbaustiftung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg.
Die Jona-Kapelle erhält neue, wunderschöne Glasfenster und die Kirchbaustiftung hat ihren ersten Auftritt in der Öffentlichkeit. Wir sind Herrn Schwartz von Herzen dankbar, dass er uns diese Möglichkeit bietet. Er wiederum wird uns dankbar sein, dass die Kirchbaustiftung sein leidenschaftliches Engagement für die uns heute vorgestellten Glasfenster mit einem größeren Betrag unterstützt. Pfarrer Schwartz ist zu bewundern, für seinen mit Zähigkeit verbundenen Einsatz, sich für die Gemeinde einen Traum zu erfüllen, die Kapelle durch den Einbau von Glasfenstern sakral zu erhöhen. Auch die Vertreter der Kirchbaustiftung konnten sich seinem überzeugenden Plädoyer nicht entziehen. Zu der Gestaltung der Glasfenster werden wir von Herrn Seitz und Herrn Derix hören, so dass ich hierzu keine Ausführungen machen möchte. Persönlich möchte ich nur anmerken: sie sind ganz hervorragend gelungen!
Wenn Sie, meine Damen und Herren, die ausliegenden Folder in die Hand nehmen, werden Sie auf dem Titelblatt drei Worte finden: Kirche, Kultur, Kunst.
Dieser Dreiklang ist der Arbeitstitel der Kirchbaustiftung, die am 31.10.2001 von der Oldenburgischen Landeskirche gegründet und mit dem damaligen Stiftungskapital von 2,5 Millionen DM ausgestattet wurde. Als Präsident der Oldenburgischen Landschaft habe ich gerne den Vorsitz im Vorstand übernommen, da sich die Aufgaben von Landschaft und Kirchbaustiftung überschneiden. Die Landschaft ist gesetzlich gehalten, an der Pflege und Förderung der kulturellen und historischen Belange des ehemaligen Landes Oldenburg mitzuwirken. Unsere kulturelle Tradition findet ihre Basis auch in den vielen alten Kirchen. Das gesellschaftliche Selbstverständnis des ehemaligen Landes Oldenburg gründet sich ganz besonders auf kulturelle Traditionen. Die Oldenburgische Landschaft unterstützt die selbstbestimmte Ausformung kultureller Identität.
Diese wiederum wird bestimmt durch das Zusammenspiel von kultureller Tradition und moderner Innovation. Genauso sieht die Kirchbaustiftung ihre Aufgaben! Wir fördern unsere alten Kirchen in ihrer herben Schönheit. Wir haben in unserer Region keine zum Himmel stürmenden Kathedralen, auch die norddeutsche Backsteingotik hat hier keine glanzvollen Beispiele, aber unsere Kirchen haben den Menschen seit Jahrhunderten Schutz und Geborgenheit geboten. Ihre Werte erschließen sich oft erst bei Eintritt in die Kirchenräume. Denken wir nur an die in den Jahren von 1617 bis 1637 geschaffenen wunderbaren Altäre und Kanzeln von Ludwig Münstermann oder die herrlich klingenden Arp-Schnitger-Orgeln. In einer Zeit, wo Deutschland von einem schrecklichen Krieg überzogen wurde.
Aber unser Fokus ist nicht nur rückwärts gewandt, sondern wir geben die gleiche Aufmerksamkeit dem Neuen. Deswegen freuen wir uns sehr, dass unser erstes größeres Förderprojekt die Glasfenster der Jona-Kapelle betrifft.
Übrigens, wir, das sind ein gut besetzter Vorstand und ein hervorragend besetzter Beirat, die unabhängig von der Landeskirche nach klaren Kriterien über die uns angetragenen Projekte entscheiden und damit schnell und zielgenau handeln können. Ich hoffe, ich habe vor Ihnen gute Gründe ausgebreitet, um die Kirchbaustiftung zu unterstützen und sie mit finanziellen Zuwendungen zu fördern.
Horst-Günter Lucke, Vorstandsvorsitzender der Kirchbaustiftung.
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