Grußwort Stadt

Grußwort der Stadt Oldenburg durch die Zweite Bürgermeisterin Germaid Eilers-Dörfler am 31.10.2003 um 11 Uhr in der Jona-Kapelle, Heimeck 23a, 26135 Oldenburg-Krusenbusch.
Es gilt das gesprochene Wort.

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich freue mich sehr, Ihnen zur heutigen Einweihung der künstlerischen Verglasung hier in der Jona-Kapelle in Krusenbusch die herzlichen Glückwünsche der Stadt Oldenburg zu überbringen.
Das tue ich ausdrücklich auch im Namen von Oberbürgermeister Dietmar Schütz, der heute gerne selbst hierher gekommen wäre, terminlich aber leider verhindert ist. Er lässt Sie aber herzlich grüßen.
Kirche, Kunst und Kultur – diese drei Worte stehen häufig eng beieinander. Sie bilden nicht nur vom Wortklang her eine harmonische Einheit, auch inhaltlich sind sie miteinander verknüpft. Warum das so ist, wird in diesen Räumlichkeiten deutlich.
Nur wenigen Galerien gelingt es, eine ähnliche atmosphärische Dichte zu erzeugen, wie wir sie in kirchlichen Bauten erfahren dürfen. Man hat das Gefühl, als passe hier alles genau zusammen. Werk und Kulisse ergänzen sich auf eine äußerst harmonische Weise.
Und nicht nur die Umgebung ist für die Begegnung mit der Kunst ideal. Die Religion selbst bietet darüber hinaus eine Fülle an Inspiration, die kaum ein anderer Bereich unseres Lebens zu bieten vermag – die Liebe vielleicht einmal ausgenommen. Und selbst die steht in engem Zusammenhang mit unserem Glauben.
Dass künstlerisches Talent in der Kirche seit jeher auf fruchtbaren Boden fällt, ist in Gotteshäusern auf der ganzen Welt dokumentiert. Immer schon waren die Kirchen Förderer und Auftraggeber von Meistern nahezu aller Stilrichtungen und Kunstgattungen. Seine Fortsetzung findet diese große Tradition nun auch hier in Krusenbusch.
Meine Damen und Herren,
es freut mich sehr, dass gerade in einem jungen Stadtteil – nicht nur historisch gesehen, sondern insbesondere auch was den Altersdurchschnitt angeht – ein sakrales Kunstwerk von einem renommierten Künstler wie Raphael Seitz seine Heimat gefunden hat. Durch die Erschließung der Neubaugebiete hat sich das Gesicht Krusenbuschs zuletzt deutlich gewandelt. Heute ist fast jeder dritte Bewohner jünger als 18 Jahre.
Das schlägt sich auch in der Arbeit der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde vor Ort nieder. Neben regulären Gruppenveranstaltungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene gibt es hier im Gebäude auch viele Vorträge zu Fragen der Erziehung, Bildung und Gesundheit. Man hat sich bestens auf die vielen jungen Familien eingestellt. Trotz der auch hier angespannten Haushaltslage schafft es die Kirche nicht nur, ein attraktives Angebot für die Gemeinde bereitzustellen, sondern darüber hinaus auch der Kunst eine Heimstatt zu bieten.
Zu diesem ebenso bemerkenswerten wie gelungenen Spagat zwischen leeren Kassen und
ambitionierten Zielen gratuliere ich sehr herzlich.
Das Leben in einer Stadt oder einer Gemeinschaft ist nicht vollständig ohne die Kultur. Sie übernimmt verschiedene Rollen und Gestalten, in denen sie uns Kraft spendet oder Hoffnung gibt. Sie ruft zur Besinnung und weckt in uns den Mut, Schritte in die Zukunft zu wagen. Diese Aufgaben wirken sowohl im öffentlichen als auch im kirchlichen Raum. Es ist umso erfreulicher und schöner, wenn dies in einem gemeinsamen Raum ohne jede Trennung geschieht.
Das Jona-Zentrum mit der Kapelle ist beides: Stätte für den Gottesdienst und Ort für Bildungsveranstaltungen. Nicht nur kirchliche Bildungsträger finden hier ein schönes Forum, sondern auch andere, wie zum Beispiel das Gesundheitshaus vom Klinikum Oldenburg. Gestern erst durfte ich übrigens an der feierlichen Einweihung der eigenen vier Wände des Gesundheitshauses teilnehmen. Es tut sich also einiges im Stadtsüden. Darüber freue ich mich natürlich sehr.
Doch besonders freue ich mich darüber, dass der Weg des Brückenschlags und des Aufeinanderzugehens von Kirche und Stadt, von Kirche und Öffentlichkeit an dieser Stelle weiter fortgesetzt wird.
Meine Damen und Herren,
zur Realisierung dieses Kunstwerkes, das diesem Raum nun zusätzlichen Glanz verleihen wird, haben viele Menschen beigetragen. Neben der Schaffenskraft des Künstlers und der finanziellen Unterstützung durch die Kirchbaustiftung ist vor allem das ehrenamtliche Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger zu nennen, auf das Stadt und Kirche gleichermaßen angewiesen sind.
Ich beglückwünsche den Pfarrbezirk, dass es gelungen ist, mit der Unterstützung der Bevölkerung ein in seiner Farbpracht und Ausführung so bestechendes Kunstwerk in der Jona-Kapelle installieren zu können.
Möge dieses gelungene Beispiel Vorbild für viele andere sein.
Ich wünsche dem Bezirk und allen Menschen, die sich ihm zugehörig fühlen, weiterhin alles Gute und dem Haus Jona nach dieser signifikanten Aufwertung viele weitere gute Jahre hier in Krusenbusch.
Haben Sie vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
Germaid Eilers-Dörfler, Zweite Bürgermeisterin der Stadt Oldenburg.

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