
A. Aufgabenstellung und Themen.
Das Fenster-Konzept von 1998.
Thema aller Fenster - gleichsam als Obersatz – ist: Gott ist ein Freund/Liebhaber des Lebens (Weisheit Salomos 11,26). Dies nimmt die Botschaft des Jonabuches, der biblischen Botschaft insgesamt auf, dass Gott sich aller erbarmt („Gott will, dass ALLEN Menschen geholfen werde“ 1. Timotheus 2,4).
Der Inhalt der „nördlichen“ Fenster erzählt die biblische Jonageschichte.
1. Fenster: Ruf Gottes; Gott fällt ein; Einfall Gottes.
2. Fenster: Flucht, Stürme des Lebens.
3. Fenster: Rettung und Entsendung.
Die „südöstlichen“ Fenster zeigen die biblische Grunderfahrungen in aktuellen Bezügen.
4. Fenster: Bewahrung; Stärken, Beten.
5. Fenster: Auftrag, Entsendung, Tun.
6. Fenster: Gott bleibt barmherzig, gütig und freundlich.
Der Inhalt der Fenster ergibt sich aufgrund der Abfolge der Jonageschichte wie sie in der Bibel im Alten Testament ("Der Prophet Jona") erzählt wird.
Jedes Fensterthema für sich allein genommen stellt sowohl einen direkten Bezug zum Namenspatron der Kapelle, nämlich zu Jona, her, als auch - aufgrund der Allgemeinheit bzw. Abstraktion des Themas - zum direkten, aktuellen Leben und zu weiteren biblischen Geschichten; von daher ist es möglich, daß, auch wenn die Fenster nacheinander installiert werden, dennoch jedes für sich stehen kann, weil jedes eine eigene Aussage hat.
Beispiele:
Zu Fensterthema 1: Der Ruf Gottes, der Ein-Fall Gottes.
- Jona hört die Stimme Gottes;
- Samuel hört die Stimme Gottes (1. Samuel 3ff);
- Der Ruf in die Nachfolge (Jesus und die Jünger);
- Abraham (Zieh aus deinem Vaterland in ein Land, das ich dir zeigen will);
- Gott ruft auch heute noch Menschen in die Nachfolge;
Zu Fensterthema 2: Flucht, Stürme des Lebens;
- Jona flieht vor Gott; er droht unterzugehen; er wird ins Meer geworfen;
- der sinkende Petrus;
- Hiob;
- wir drohen unterzugehen, Tod, Leid, Krankheit, Krieg, Trauer, Abschiedserfahrungen;
- Menschen mit Fluchterfahrungen (während des 2. Weltkrieges und zahlreiche Aus- und Übersiedler aus Osteuropa wohnen in diesem Stadtteil);
Fenster 3 und 4: Bewahrung; Stärken und Beten.
- Jona im Bauch des Fisches; Geborgenheit; Zeit der Besinnung, des Gebetes nach all der hektischen Zeit;
- Jesus ergreift die Hand des sinkenden Petrus;
- Jesus selbst sucht immer wieder die Einsamkeit, um neu Kraft zu schöpfen für die nächsten Begegnungen;
- Kontemplation; Taize;
- Kapelle als Ort der Stille, der Besinnung;
-der Bau insgesamt: wie ein großes Schiff; Kapelle als bergender Bauch;
Zu Fensterthema 5: Auftrag, Entsendung, Tun.
- Jona verkündigt Gottes Botschaft, daß Gott das Leben und nicht den Tod von uns Menschen will;
- Jesus beauftragt die Jünger (Matthäus 10);
- Jesus gibt als Auferstandener einen Auftrag (Matthäus 28,18-20);
- Mose führt das Volk Israel in das gelobte Land;
- Mutter Theresa, Martin Luther King, D. Bonhoeffer u.v.a.;
- Bezug zum Leitspruch von Georg Neumark aus dem Evangelischen Gesangbuch (EG 369,7): „Sing, bet und geh auf Gottes Wegen ...“;
Zu Fensterthema 6: Gott bleibt barmherzig, gütig und freundlich.
- "Gott bleibt gnädig, barmherzig, langmütig und von großer Güte, und er läßt sich des Übels nicht gereuen." (Jona 4,2).
- 5. Mose 30,15.19;
- Hesekiel 18,9.17b.21b.32;
B. Farbwahl.
Die Farben sollen auf ihre Weise unterstreichen, daß die Jona-Kapelle als Ort der Ruhe, des Friedens, des erneuten Kraftschöpfens verstanden und erlebt wird. Farben, die den Menschen annehmen und gleichsam umschließen. Die Farbe auf den Fenstern als Band, die verbindet und ein Auseinanderfließen des Raumes verhindert (Aufnahme des Jona-Themas: Jona im Bauch des großen Fisches).
Kräftige Farben (a) als Ergänzung zu dem harten und strengen Bau aus Beton und Stein; (b) in Bezug zu dem weichen, warmen Holzfußboden.
Der Kapellenraum soll weiterhin lichtdurchflutet bleiben; keine düsteren und dunklen, angstmachenden, depressiven Eindruck erweckende Farben; auch bei diesigem und bedeckten Himmel sollte noch soviel Licht durch die Glasfenster einfallen, dass man in der Kapelle kein künstliches Licht einzuschalten braucht.
Wenn Licht einfällt, dann sollen die Farben "spielen", Assoziationen im Betrachter hervorrufen, sich verändern - je nachdem wann wieviel Licht einfällt. In den Fenstern spazieren gehen, um so (auch) zur Ruhe zu kommen.
C. Menschen/Schrift in den Fenstern.
Figürliche Darstellungen.
Es können Menschen in den Fenstern zu sehen sein (eingemalte Figuren); Menschen, die die Themenerfahrungen der 5 Fensterthemen (siehe oben) gemacht haben. Menschen - damals (biblische Zeit), aber auch heute, weil sie gleiche Erfahrungen gemacht haben.
Schrift.
Schrift in den Fenstern (wenn, dann klein, zurückhaltend, dezent) ist möglich, muss aber nicht sein; eventuell biblische Worte und/oder Namen von Spendern/Mitarbeitern aus der Gemeinde.
Wenn mit Namen von Spendern (des jeweiligen Fensters), dann alle Namen in gleicher Schriftart und -größe (unabhängig von Spendenbetragshöhe); dezent, zurückhaltend; soll nicht gleich ins Auge springen;
Bei uns in der Gemeinde spielt der Liedvers von Georg Neumark (siehe oben zu Fensterthema-Nr. 4) aus dem "Evangelischen Gesangbuch" (= EG 369,7) eine wichtige Rolle; er taucht als Leitspruch im Gemeindebrief in jeder Ausgabe auf und wird am Ende des sonntäglichen Gottesdienstes gesungen. Er lautet:
"Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu. Denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht."
Eventuell könnte dieser Leitspruch noch mit einfließen.
D. Welche Fenster/Der Raum insgesamt.
Die Kapelle ist ein großer lichtdurchfluteter Raum; dieser Raum kann geteilt werden; dies geschieht auch; beide Räume können für sich existieren und unabhängig voneinander genutzt werden. Die rechte Raumhälfte wird als Gruppenraum verwendet. Jedoch ist angestrebt, die Kapelle so oft wie möglich offen, dass heißt, nicht abgetrennt durch die Schiebetürelemente, zu halten.
Bei der Erstellung eines Gesamtkonzeptes muss die unterschiedliche Nutzung und Wirkung in die Überlegungen und Darstellungen einfließen.
Die einzelnen Fenster sind durch die dicken Holzrahmen in sich stark unterteilt. Dieses starke Element soll durch eine künstlerische Darstellung aufgehoben, aufgefangen werden bzw. zurücktreten und/oder mit der Darstellung eine Einheit bilden und/oder sich aufheben. Zur Zeit haben die Rahmen die Farbe weiß; dies kann/darf geändert werden, muss aber nicht.
Die Fenster sollen einen Sichtschutz bieten für die Gottesdienstbesucher (z.B. daß man sich nicht von Spaziergängern beobachtet fühlt, wenn man betet).
Die Natur (insbesondere die Kastanie an der Nord-Ost-Seite) sollte mitberücksichtigt werden.
Im Rahmen des Fenstergesamtkonzeptes ist zu überlegen, ob die schmalen Fensterstreifen in der Kapelleneingangstür in die künstlerische Arbeit mit einbezogen werden oder nicht.
Die Menge und Art der Fenstergestaltung darf die Konzentriertheit des Raumes nicht aufheben; kein „Vollknallen“ mit Bildern;
E. Das Glasfenster selbst.
Das bunte Glasfenster könnte auf die Innenseite der bereits vorhandenen Doppelverglasung "draufgesetzt" werden.
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