Restaurierung der Arp-Schnitger-Orgel in der St.-Cyprian- und Cornelius-Kirche zu Ganderkesee.

Die im Jahr 1699 von Arp Schnitger aus Hamburg gebaute Orgel zählt zu den wenigen in großen Teilen original erhaltenen Instrumenten des berühmten Orgelbaumeisters seiner Zeit im Oldenburger Land.
Arp Schnitger war einer der berühmtesten Orgelbauer seiner Zeit und der Vollender der norddeutschen Barockorgel. Sein genaues Geburtsdatum ist unbekannt. Er wurde in Schmalenfleth bei Golzwarden/Brake an der Unterweser geboren und am 9. Juli 1648 in Golzwarden, Gemeinde Brake; getauft. Am 28. Juli 1719 wurde er in Neuenfelde, heute Hamburg-Neuenfelde, begraben.
Seinen Ruf begründete Schnitger mit dem Bau der neuen Orgel für die St.-Nicolaikirche in Hamburg, dem damals größten Orgelbauvorhaben in Deutschland. Er exportierte auch Orgeln in die Niederlande, nach England, Dänemark und sogar nach Portugal und Russland. Insgesamt hat Arp Schnitger etwa 170 Orgeln neu erbaut oder wesentlich umgebaut. Ungefähr 30 sind davon heute noch in einem Zustand erhalten, der ihre Bezeichnung als „Arp-Schnitger-Orgel“ rechtfertigt. Schnitgers Schüler setzten sein Werk in Nord- und Mitteldeutschland, in den Niederlanden und Skandinavien fort.

Um 1760 erfolgte die Erweiterung um ein Pedalwerk durch den Orgelbauer Johann Heinrich Klappmeyer. In der Zeit zwischen 1819 und 1890 fanden weitere Umbauten und Erweiterungen im damaligen Zeitgeschmack durch die Orgelbauerfamilie Schmidt, Oldenburg, statt. Mit den Restaurierungen der Jahre 1935, 1948 und 1966 durch die Orgelwerkstatt Alfred Führer, Wilhelmshaven, begann die schrittweise Wiederannäherung an den barocken Klangcharakter.

Die letzte große Renovierung der Jahre 2003 – 2005 hatte die sorgfältige Restaurierung des Originalbestandes sowie den Einsatz neuzeitlicher Ein- und Umbauten durch rekonstruierte Teile historischer Machart zum Ziel.

Die von der Firma Alfred Führer begonnenen Arbeiten wurden nach deren Aufgabe im Jahr 2004 durch die Firma Heiko Lorenz Orgelbau GmbH fortgesetzt und vollendet. Prof. Harald Vogel, Direktor der norddeutschen Orgelakademie und führender Fachmann für historische Orgeln, begleitete die Restaurierung und deren Dokumentation als Sachverständiger. Mit der Restaurierung ist es gelungen, ein Musterstück norddeutscher Orgelbaukunst in ursprünglicher Schönheit wiederherzustellen.

Gesamtkosten in 2004: 346.287,67 Euro.
Zuschuss der Kirchbaustiftung. 25.000,- Euro.

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