
Das 1638 von Ludwig Münstermann bzw. seiner Werkstatt geschaffene Altarretabel ähnelte in seiner ursprünglichen Gestalt vermutlich den reich dekorierten und sehr plastisch geformten Retabeln in Rodenkirchen, Hohenkirchen, Berne und Langwarden. Nur sehr geringe Reste der perspektivisch konstruierten Abendmahlsszenerie aus dem Mittelgeschoss bleiben erhalten und finden sich jetzt im Landesmuseum Oldenburg.
Im Rahmen einer nicht zu Ende gebrachten Umgestaltung entfernte man in der Mitte des 19. Jahrhunderts wesentliche Figuren und Schmuckteile. In dieser stark vereinfachten Form blieb das Retabel seitdem ein Fragment, dem zentrale Elemente seines ursprünglichen Bildprogramms fehlten.
Bei der jüngsten Bearbeitung der Jahre 2003/2004 verbanden sich die sorgfältige Restaurierung des verbliebenen Originalbestandes mit der behutsamen Wiederherstellung der inhaltlichen und formalen Vollständigkeit des Retabels.
Nach gründlicher Voruntersuchung gelang es, den ersten festgestellten Fassungszustand der originalen Teile wiederherzustellen. Es handelt sich – ähnlich wie bei Taufsteindeckel und Kanzel – um Naturholzoberflächen, welche durch die verschiedene Art der Behandlung mit Ölen oder Leimen ein sehr differenziertes Farbspiel zeigen. Vergoldungen und sonstige farbliche Absetzungen sind nur sparsam eingesetzt. Diese Art der Oberflächenbehandlung bringt die außergewöhnliche Feinheit der Schnitzerei speziell in den kleinfigurigen Szenen der Predella besonders gut zur Geltung.
Durch eine neue Darstellung des Abendmahls im Mittelgeschoss, flankierende Seitenflügel sowie ein bekrönendes Obergeschoss mit Darstellung der Kreuzigung und des Auferstandenen wurde der Originalbestand ergänzt. Die neuen Teile folgen in ihrer Kontur barocken Stichvorlagen bzw. vergleichbaren Retabeln. Als jüngere Zutaten erkennbar vervollständigen die Ergänzungen das Bildprogramm des Retabels im ursprünglichen Sinn und stellen dessen feinwirksame Silhouette wieder her.
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