Restaurierung des Taufschalenträgers in der St.-Firminus-Kirche zu Dötlingen.

Der um 1700 entstandene Taufschalenträger der St.-Firminus-Kirche zu Dötlingen ergänzt das Ensemble der nachreformatorischen Prinzipalstücke von Kanzel (1644) und Altarretabel (1687). Gemeinsam ist beiden Stücken eine qualitätvolle barocke Fassung (Marmorierung).
Der Taufschalenträger zeigte demgegenüber bis 2005 eine polychrome, eigenzeitlich gestaltete Fassung, die zeitgleich mit der 1948 datierten Taufschale entstand.
Durch die Restaurierung im Jahr 2005 wurde die ursprüngliche barocke Farbigkeit des Taufschalenträgers wiederhergestellt. Die Kombination von schwarzer und rottoniger Marmorimitation mit alabasterfarbig abgesetzten plastischen Schmuckteilen konnte durch großflächige Befundkontrollen festgestellt werden.

 

Gesamtkosten in 2005: rund 2.600,- Euro.
Zuschuss der Kirchbaustiftung: 1.400,- Euro.


Ergänzungen zu:

Restaurierung des Taufschalenträgers in der St.-Firminus-Kirche zu Dötlingen.

„Die Taufe ist bis auf den quadratischen Sockel aus einem Stamm gearbeitet.
Auf einer quadratischen Plinthe ruht ein gedrehter Schaft, um den sich gleichmäßig eine Girlande aus Früchten, Blättern und Blüten windet. Der Schaft wird von Wulstbändern eingegrenzt. Auf das obere Wulstband ist die runde nach außen schwingende und dann senkrecht emporsteigende Cuppa gesetzt. Der untere nach außen wölbende Teil der Cuppa ist mit Längswülsten verziert und erinnert im Aussehen an eine Muschel. Der obere glatte Teil ist von einer Blumen-Fruchtgirlande umgeben, die mit schmalen Bändern an vier kleinen Ringen, durch die die Bänder gezogen sind, hängt. Die Schalenvertiefung ist zylindrisch mit geradem Boden.
Die Taufe ist dunkelrotbraun-beige marmoriert. Die Fruchtgehänge sind hellgrau-beige gehalten.
Die Taufe ist 2003 restauriert und in die Fassung des 18. Jahrhunderts zurückversetzt worden (Werkstatt ars colendi, Astrid Goeke). Drei frühere Farbfassungen sind an der Taufe dokumentiert.
Die Taufe steht mittig vor dem Altar auf den Chorstufen.
Die Kirche besitzt einen Altar von 1687 mit einem Altarbild, auf dem eine Taufhandlung und eine Predigt gezeigt werden. Die dort abgebildete Taufe ähnelt sehr der Dötlinger. Auch der Schalldeckel der Kanzel ist übereinstimmend mit dem in der Kirche. Möglicherweise bestehen Zusammenhänge zwischen dem Altarbild und den Ausstattungsstücken der Kirche.“
(aus: Gisela Aye und Axel Chr. Kronenberg, Taufbecken und Taufengel in Niedersachsen. Vom des Dreißigjährigen Krieges bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts., Verlag Schnell und Steiner, Regensburg, 2006, Seite 97-98).

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