
Das 1749 unter Verwendung älterer Teilstücke entstandene und 1947 von dem Maler Hermann Oetken überarbeitete Altarretabel erfuhr in den Jahren 2004 und 2005 wegen substanzbedrohender Fassungsschäden eine umfassende Restaurierung.
Den eigentlichen Arbeiten gingen intensive restauratorische Voruntersuchungen durch Restaurator Uwe Pleninger, Hannover, voraus, die Auskunft über die historischen Vorzustände des Kunstwerkes gaben. Unter maßgeblicher Mitwirkung des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege, Dr. Peter Königfeld, wurde als Restaurierungsziel die Annäherung des Retabels an den 1749 geschaffenen Zustand vereinbart.
Restaurator Pleninger stabilisierte die hölzerne Konstruktion, legte die Farbfassung von 1749 frei und ergänzte, wo notwendig, die blauweiße Marmorierung. Einzelfiguren und Relieftafeln eines spätgotischen Altarretabels kehrten an die Stellen zurück, die sie bis 1947 inne hatten. Glücklicherweise fanden sich auf dem Dachboden der Kirche die hölzernen Postamente wieder, auf denen sie bis zu ihrer Wegnahme gestanden hatten.
Das restaurierte Retabel vereint nunmehr wieder Zeugnisse sakraler Kunst des 16., 17. und 18. Jahrhunderts zu einem eigenständigen Gesamtkunstwerk:
Eine Besonderheit und kunsthistorische Sensation war es, als im Zuge der Restaurierungsarbeiten innerhalb der Altarrückwand ein nahezu vollständig erhaltenes, wesentlich älteres Altarretabel entdeckt wurde. Es dient dem gegenwärtigen Retabel als Tragekonstruktion. Auf zwei Bohlen, die von kräftigen, mit Verzierungen versehenen Balken gerahmt sind, ist Christus mit den zwölf Aposteln dargestellt. Vergleichbare Konstruktionen oder Malereien dieser Zeit sind nur in geringen Resten erhalten. Im Oldenburger Land und in Nordwestdeutschland insgesamt ist Derartiges bislang einmalig.
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