
Die 1619 von Ludwig Münstermann (*um 1574; *1637/38) geschaffene Kanzel wurde im Jahr 2006 restauriert. Freilegeproben stellten die 1961 von Hans Weikert, Bremen, erstellte Farbfassung infrage und führten zur aktuellen Oberflächengestaltung, die durch unterschiedliche Naturholztönungen, Inkarnat der figürlichen Skulpturen und sparsame Vergoldung charakterisiert ist. Sie entspricht der vermuteten Erstfassung. Aufgrund von Schriftfragmenten gelang es, den ursprünglich auf der Kanzelbrüstung umlaufenden Text aus dem Matthäusevangelium zu rekonstruieren; er lautet: „NON ENIM VOS ESTIS QUI
LOQUIMINI SED SPIRITUS PATRIS VESTRI QUI LOQUITUR IN VOBIS MATTH“. (= „Denn nicht ihr seid es, die da reden, sondern eures Vaters Geist ist es, der durch euch redet.“ (Matthäus 10,20).).
Nach dem Vorbild des Schalldeckels aus der St.-Jacobi-Kirche zu Altenhuntorf wurde ein neuer Schalldeckel gefertigt. Er ersetzt ein ursprünglich vorhandenes und seit Mitte des 19. Jahrhunderts verlorenes Stück. Der umlaufende Text stammt aus dem Alten Testament und findet sich in gleicher Kombination mit dem neutestamentlichen Text an der Münstermann-Kanzel in Holle. Der umlaufende Text am Schalldeckel lautet: „ECCE DEDI VERBA MEA IN ORE TUO JEREMIA 1 V.9“.(= „Siehe, ich lege meine Worte in deinen Mund.“ (Jeremia 1,9).).
In der vervollständigten Form bildet die Kanzel ein starkes Bindeglied zwischen den sehr unterschiedlichen Raumteilen des flachgedeckten Kirchenschiffes mit Winkelempore und des überkuppelten Chores mit Orgelaltar.
Gesamtkosten in 2006: rund 21.000,- Euro.
Zuschuss der Kirchbaustiftung: rund 16.500,- Euro.
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