
Die Brüstung der Winkelempore in der 1732 errichteten Jacobi-Kirche ist an der Nordseite mit einem Gemäldezyklus versehen, der von der Schöpfungsgeschichte bis zu Christi Himmelfahrt reicht; die Nordempore beginnt im Westen mit Adam und Eva im Paradies, deren Vertreibung, Noah, Isaaks Opferung, Mosegeschichten bis zum Einzug in das Gelobte Land; daran anschließend neutestamentliche Motive: von der Verkündigung der Geburt Christi bis zu seiner Himmelfahrt.
Die Westseite schmücken Bilder der vier Evangelisten, eine Darstellung der 1738 von Johann Dietrich Busch errichteten Orgel sowie zwei Motive zum Thema Musik aus dem Alten Testament: der Harfe spielende David und Jeftahs Tochter (vgl. Richter 11,34ff).
Die Tafelbilder, die insbesondere an der Südwestseite durch Abplatzungen schweren Schaden genommen hatten und insgesamt durch einen stark verbräunten Firnis in der Ablesbarkeit erheblich beeinträchtigt waren, wurden 2006 restauriert. Risse in der Emporenbrüstung konnten geschlossen werden.
Nach Abnahme des verbräunten Überzuges zeigt sich der eigenwillige Detailreichtum der Malerei wieder in der ursprünglichen frischen und leuchtenden Farbigkeit. Durch behutsame Retusche gelang es, die besonders stark geschädigten Evangelistenbilder wieder zu vervollständigen.
Nach Wiederherstellung der Ablesbarkeit aller Gemälde zeigt sich eine große formale Übereinstimmung mit der Bemalung des Tonnengewölbes über der Orgel, die zusammen mit der Fassung der Orgel im Jahr 1755 durch die Brüder Christian und Johann Gerd Pickard erfolgte. Die Vermutung liegt nahe, dass die Gemälde der Emporenbrüstung ebenfalls von diesen beiden Künstlern stammen.
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